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Heute Morgen soll ein Löwe am Wasserloch gewesen sein. Wir sind alle ganz aufgeregt und hoffen, ihn später noch einmal sehen zu können, denn heute steht für den ganzen Tag Safari auf dem Programm.

Nach dem Frühstück ging unser Game Drive durch den Etoscha-Park los. Immer wieder kreuzten Springböcke und vereinzelte Zebras unseren Weg, aber sonst nichts. Keine wirklich großen Tiere. Hans-Jürgen wurde langsam unruhig, dass wir sowenig Tiere vors Gesicht bekamen. Er schob es auf die vielen Niederschläge der letzten Tage und die damit zu Mass vorhandenen Wasserlöcher. Da tauchte ein großer Elefantenbulle vor uns auf. Riesengroß und recht majestätisch schritt er vor uns die Front ab. Graste, schüttelte sich und überquerte vor uns auch noch die Straße. Was für ein Highlight! Der ganze Auftritt dauerte etwa 45 Minuten. Danach verlief die Tierschau wieder auf Sparflamme. Wo sie sich wohl alle versteckt hatten. 

Ein gewaltiges Giraffenpärchen wurde dann von uns aufgestöbert. Sie fühlten sich aber gestört und verschwanden recht schnell im Dickicht. Schade!

Zum Mittag ging es zurück ins Camp Omaruru. Dort ließen wir uns zu einem Sandwich am Wasserloch nieder. Und dort waren sie: Zebras, soweit das Auge schauen konnte. Große und auch kleine. Alle kämpften um einen guten Platz an der Tränke. Die Laute, die sie dabei von sich gaben, unbeschreiblich! Nun hatten wir viel Zeit, um ordentliche Bilder zu schießen. Viele s/w-Streifen! Fast schon wieder zu viel Tiere, weil man so leicht den Blick fürs Detail verlieren konnte, so überwältigend war die Horde anzusehen. 

Danach ging es wieder weiter auf die Pirsch. Schließlich wollten wir den Löwen sehen! Was am Morgen zu wenig Tiere unterwegs gewesen waren, wurde nun doppelt wieder gutgemacht. Zebras und Springböcke immer wieder mitten auf der Straße, wo sie nur widerwillig den Weg frei gaben. Gnus, Oryx, Impallas, Schakale, lebensmüde Erdmännchen die fast selbstmörderisch vor unsere Reifen liefen. Nur der Löwe wollte nicht aus seinem Versteck kommen. Auch kein Nashorn, Hyäne oder gar ein Gepard waren zu sehen. Eine Warzenschweinmutter mit ihrem Nachwuchs stand am Straßenrand. Als sie uns erspähte, waren sie auch schon erhobenen Schwanzes flink im Dickicht verschwunden. Dafür kreuzten immer wieder Springböcke, Onyx, Gnus und Impallas unseren Weg. Leider aber kein Kudu.  

Und dann gibt es noch das Thema Strauße! Erst einzeln, wenn überhaupt. Wir waren alle überglücklich, als es von vorne tönte, Strauß voraus! Dann gab es mal zwei oder gar eine kleine Gruppe. Auf den Tag verteilt, nicht grade viele, wenn man bedenkt, dass wir in Namibia im Etoscha Park unterwegs sind! Und dann kam alles anders. Hatten wir den ganzen Tag vereinzelte „Blumen“ gesehen, so bekamen wir zum Abschluss ein prächtiges Bougue präsentiert. 4 Strauße, die dabei waren, ein Sandbad zu nehmen. Sieht bei solch einem großen Vogel recht lustig aus, wie eine Quaste im Puderdöschen, nur eben viel größer.  

Kurz vor Ende des Trips bekamen wir noch 4 Giraffen zu Gesicht. Die entschädigten natürlich etwas für das Fehlen ihrer Kollegen. Springböcke sind übrigens zu niedlich anzusehen, wenn sie sich mit runden Buckeln wie auf einem Trampolin hüpfend fortbewegen.  

Vögel gab es ebenfalls massig zu beobachten. Wir bekamen sogar die Riesentrappe, den schwersten flugfähigen Vogel überhaupt oder doch nur in Afrika, vor die Linse. Wiedehopf, Gabelracke, imposante Gelbschnabeltokos, Perlhühner und eine Unmenge an Webervögeln in den verschiedensten Farben. Ein großer Sekretär war etwas in Eile, er hatte wohl noch einen Termin, so dass er keine Zeit für ein Foto fand. Dafür hatten hässliche Marabus hingegen die Ruhe weg. Mein Gott, sind die hässlich. Und: obwohl Geier am Himmel zu sehen waren, keine Löwen! 

Pünktlich zum Sonnenuntergang saßen wir diesmal auf Posten am Wasserloch. Leider zeigte sich nur ein Schakal, der sogar, durch den Duft gegrillten Fleisches angelockt, bis ins Camp kam. Wir genossen in dieser Atmosphäre ein kühles Bier. Als wir fast gehen wollten, kam Hans-Jürgen zu uns. Er wollte sich nun auf die Lauer legen, denn immerhin war am Morgen der Löwe an unserem Wasserloch gesichtet wurden. Und in dem Augenblick hörten wir weit aus der ferne sein Brüllen, fast wie eine Bestätigung. So blieben wir noch einige Zeit sitzen, in der Hoffnung, dass er sich noch zeigen möge. Sein Brüllen vernahmen wir regelmäßig, es kam auch langsam näher, aber leider zierte er sich weiterhin und wir gaben es auf.

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