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Kapstadt
Tansania

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Unterwegs im jüngsten Staat Afrikas mit der ältesten Wüste der Welt

Für mich zählt Namibia zu den landschaftlich schönsten und abwechslungsreichsten Staaten Afrikas.... Generell lässt sich wohl sagen, dass vor allem der Reichtum an seltenen Pflanzen und Tieren die Anziehungskraft dieses Landes ausmachen.

Wenn eine 7-14-tägige Rundreise gebucht wird, braucht man sich keine Gedanken machen, ob man genug Ziele vor die Kamera bekommt. Hier ein eindeutiges JA! Aber es gilt: selbst wenn alles soweit gebucht ist, vor Ort in der jeweiligen Lodge ruhig mal nachfragen, ob nicht fakultativ Fahrten zu einem Sonnenauf- bzw. -untergang gebucht werden können. Die Betreiber einer Lodge freuen sich stets über Interesse an ihrem Land und schlagen so schnell eine zusätzliche Geldeinnahme nicht aus. Ich bekam diese Möglichkeiten in der Namib Desert Lodge in der Nähe von Solitaire geboten. Obwohl man für den Aufgang schon um 5:00 Uhr parat sein musste, zählt das Erlebnis, morgens durch die noch kühle Wüstenlandschaft zu pirschen, zu den schönsten Momenten des Urlaubes.

Wenn langsam die Sonne mit den ersten Strahlen hinter dem Berg auftaucht und man den eigentlichen Aufgang noch eher erahnt als erkennt... die Natur um einen herum noch in schattigem Dunkel getränkt ist und man sich fühlt, als würde die Welt noch schlafen... und dann der eigentliche Moment, den man nicht verpassen darf: Sonnenaufgang! Ein Gefühl, als würde die Welt in diesem Augenblick erschaffen. So großartig erhaben und doch so trostlos und einsam.

... Sonnenaufgang...

Natürlich muss man sich vorher schon mit der Umgebung etwas vertraut machen und sich bereits merken: wo steht ein toller Baum, welcher Strauch könnte nachher interessant werden... denn: sobald die Sonne hinter den Bergen aufgegangen ist, heißt es genau dorthin zu laufen! Denn genau diese Phase, des kurzen intensiven Schattens bei diesen Lichtverhältnissen, ist super kurz. Man nennt sie nicht umsonst Magic Hour.

Ich spurtete nur so durch den Sand und machte mir gar keine Gedanken darüber, ob ich nicht grade über diverse Puffottern sprinten würde, die sich im Sand eingebuddelt hatten. Zu solchen Gedanken kam ich erst hinterher.

... ... ...

Ein Sonnenuntergang hat wieder ganz andere Reize. Hatte man morgens noch dieses kalte strahlende Blau so ist nun alles in warmes Rot gepackt. Am Günstigsten sind Abendtouren, wenn Bewölkung aufgezogen ist, damit die Sonnenstrahlen sich auch gut an den Wolken brechen können und dadurch ein wahres Feuermeer entfacht wird.

Ansonsten gilt auch für Namibia die alte Regel, nicht unbedingt zur Mittagszeit zu fotografieren. Keine Schatten! Und was ist eine Wüsten- oder Landschaftsaufnahme ohne interessante Schattengestaltung. Da hilft auch kein POL-Filter.

In Windhoek hat man z. B. die Möglichkeit, auf dem nahe gelegenen Sportflugplatz eine Maschine zu chartern. Da 5 Plätze vergeben werden, hält sich der Preis für 3 Std. Rundflug über eine atemberaubende Landschaft von Dünenmeeren in allen Farbschattierungen im Rahmen. Hier zählt wirklich: Einmalig!

Rundflug... Rundflug... Rundflug... Rundflug

Man sollte zum Schutz seiner Kamera immer einen sanddichten Beutel bei sich tragen. Sandstürme und weitere Möglichkeiten für den Einsatz des Beutels gibt es reichlich und meist unvorbereitet.

Namibia selbst zählt zu den ruhigen Vertretern der afrikanischen Staaten und ist durchaus auch auf eigene Faust mit PKW und Zelt bzw. Privatunterkünften zu erkunden. Hier sollte man sich vorher anhand diverser Reiseführer schlau machen, welche Tour man fahren möchte. Meine Buch-Vorschläge:

Etwas, was am Anfang der Reise noch zu Irritationen führen könnte, sich aber im Verlauf als Normalität herausstellen wird, ist: man kommt recht häufig mit der deutschen Sprache zurecht, da Namibia früher als Deutsch-Südwest eine deutsche Kolonie gewesen ist. Noch heute erinnern Schilder, Straßennamen, Geschäfte, Speisekarten, etc. wie BÜCHEREI, BÄCKEREI, POSTKONTOR an deutsches Einwirken. Und man muss sich wirklich nicht wundern, wenn man am entlegenen Küstenort Swakopmund eine fantastische Schwarzwälderkirschtorte mit einem herzlichen WOHL BEKOMMS serviert bekommt.

Interessiert man sich allerdings mehr für die ethnischen Kulturen, derer es mehr als zehn gibt, muss man von der Hauptstraße abweichen – allerdings nur, wenn der Wasservorrat groß genug ist! Einfach die Menschen fotografieren sollte man nicht, lieber erst freundlich fragen. In der Regel haben sie nichts dagegen, allenfalls verlangen sie eine Gegenleistung. Kugelschreiber und Kaugummis sind hier immer herzlich willkommen.

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Ich habe Namibia als einen fröhlichen und herzlichen Staat kennen gelernt. Natürlich gibt es auch hier riesige soziale Kluften. Egal ob Schul- oder Sanitätswesen. Aber das Land steckt noch in den Kinderschuhen der Unabhängigkeit und wird letztendlich lernen, sich durchzusetzen.

Sehenswürdigkeiten:

Windhoek Lüderitz
  • Geister-/Diamantengräberstadt Kolmanskop
  • Felsenkirche
  • Museum
  • Second Lagoon
  • Diaz Point
Fish River Canyon
  • Ai-Ais Transfrontier Park
Kalahari Region
  • Rehoboth Museum – Geschichte der Baster
  • „Spielplatz der Giganten“ – eindrucksvolle Steinformationen
  • Köcherbaumwald
Sossusvlei Caprivi
  • Mudumu National Park
  • Lizauli Traditional Village
Kreuzkap
  • Robbenreservat
  • Skeleton Coast Park
  • Uis Myn
  • Brandberg („White Lady“)
Damaraland
  • Twyfelfontein
  • Burnt Mountain
  • Organ Pipes
  • Versteinerter Wald
Etosha Nationalpark Region
  • Halali-Wasserloch
  • Otjikondo-Schuldorfstiftung
  • Ombili-Stiftung
  • Otjikoto Lake
  • The Tsumeb Cultural Village
  • Gai Kaisa Straußenfarm
  • Hoba-Meteorit
  • Museum Grotfontein
  • Waterberg
Swakopmund

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