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Wecken war wieder, wie gewohnt, um 6:15 Uhr angesagt, denn um 8:00 Uhr ging das Geschaukel in unserem Bus bereits erneut los. Zuerst gestatteten wir uns aber noch einen kleinen Gamedrive durch die Gegend nahe der Lodge. Schauen, ob die Baumlöwinnen wieder ihren Platz in der Akazie eingenommen hatten oder ob der Leopard vielleicht zu einem Geparden mutiert war... wie auch immer, es war kein Tier aufzuspüren, bis Hamiss einen fremden Jeep anhielt und den Fahrer kontaktierte. Sogleich wurde die Fahrt zum Leoparden abgebrochen und unser Bus um 180 Grad gewendet um mit Vollgas Richtung Lodge zurück zu fahren.

Als vor uns jede Menge Jeeps, Mini-Busse u. ä. auftauchten, wussten wir endgültig, dass er einen heißen Tipp bekommen hatte. Eine kleine Gazelle hatte sich in die Region verirrt, wohin sich leider auch unsere 3 Löwinnen hin verzogen hatten. Die kleine Gazelle stand einfach nur da. Sie hatte scheinbar mitbekommen, dass sich was im hohen Gras tat, denn sie verharrte beharrlich auf der Stelle. Die ganzen Autos hatten ihr dummerweise den Rückzug abgeschnitten und somit wurde also schwer mit einer baldigen Jagd gerechnet. Hamiss ergatterte noch einen wunderbaren Platz zwischen all den Autos, aber es tat sich absolut nix, also kamen wir zu dem Ergebnis, das es Zeit zum Weiterziehen wurde, denn unsere Lodge am Ngorongoro Krater lag nicht gleich um die Ecke. Es galt 145 km auf diesen unglaublichen Pisten zu bewältigen....

Also ging es zielstrebig aus dem Serengeti NP wieder heraus und in die Steppe des Ngorongoro NP hinein. Sofort tummelten sich Migrationen von Zebras, Gnus, Antilopen, Gazellen, etc.! Hyänen, Schakale, alles war mit einem Mal vorhanden und wir hielten für Fotostopps, sobald wir es für nötig hielten.

Dann kam der steile Aufstieg in die Kraterregion, wo sich viele Massai-Stämme mit ihren traditionellen Dörfern niedergelassen haben, die sich für gutes Bares auch mal ablichten lassen würden. Und dann kam, was kommen musste: Unser Bus hatte die Strapazen der gestrigen Schlammschlacht noch nicht verwunden. Der Kühler lief heiß, da der Lüfter wohl noch zu sehr mit Schlamm eingedreckt war. Wir mussten also eine Zwangspause mitten in der Pampa einlegen.... 2 Massai-Kinder hatten uns natürlich direkt erspäht und kamen neugierig näher. Nun war die Frage, wer wen neugieriger musterte. Sie uns oder doch wir sie? Jedenfalls wurde sich immer wieder heftig angelächelt. Irgendwann hatte Hamiss dann den Kühler soweit in der Temperatur runter, dass unsere Fahrt weitergehen konnte. Allerdings nicht für lange, denn unser Hinterrad, was bei der Panne vor Tagen aufgezogen wurden war, war nun mal nur ein Ersatzrad und somit nicht das Beste gewesen. Nun kam die Quittung. Es musste erneut gewechselt werden, aber nicht mit dem Reifen, den wir bei einem Tankstop vor Tagen als Ersatzrad aufgenommen hatten. Glücklicherweise kam es zu dem erneuten Zwangsstopp erst, als wir vor uns eine größere Gruppe Giraffen entdeckten. Ergo kümmerten wir uns um gute Aufnahmen der ach so neugierigen Giraffen und Hamiss sich um den Reifenwechsel, indem er Hilfe einer nahenden Truppe unserer Agentur anfunkte, die auch nicht lange auf sich warten ließ. Unser Bus Nr. 1 war nämlich bereits schon vor 1 Std. an uns vorbeigezogen... So wurde uns doch recht schnell mit einem Ersatzrad ausgeholfen, so dass wir dann recht zügig den Kraterrand und den dortigen Einstieg in den Krater hinein, erreichten.

Der Ngorongoro Kraterrand ist ein absoluter landschaftlicher Höhepunkt. Auf der einen Seite zeigt sich der 600 m tiefer liegende Kraterboden dem staunendem Auge, auf der anderen Seite die weiten Ebenen, durch die wir grade angereist waren und die bereits ökologisch zur Serengeti gezählt werden. Dazu die Oldeani-Berge und eine angrenzende, mit undurchdringlichem Bergdschungel bewachsene Kette erloschener Vulkane. Der Mittelpunkt des 300 qkm großen Kraterbodens bildet der sodahaltige Magadi-See. Aber dahin sollten wir noch kommen.

Die Piste in den Krater hinein wies ein absolut starkes Gefälle auf und war in einem sehr schlechten Zustand. Es schaukelte und rumpelte durch jede Furche, bei der nur allradbetriebene Fahrzeuge eine wirkliche Chance haben.

Unten angekommen wurde uns erst bewusst, wie reichhaltig die Tierwelt hier vorhanden sein würde. Laut Reiseführer war die Chance sehr groß, dass wir auf Nashörner (Spitz- wie Breitmaul) stoßen würden. Geparden wären hier eher selten, da sie durch die Übermacht der Löwen kaum eine Chance hätten.

Also machten wir uns auf eine gemütliche Pirschfahrt gefasst, bei der wir auch unseren Bus Nr. 1 wiedertreffen würden... dachten wir.... Aber kaum unten im Krater angekommen, wurde der Lake Magadi nur kurz gestreift und mit Vollgas ging es ab über die Pisten, obwohl sich uns immer wieder Szenen boten, wo sich ein Stopp auf jeden Fall gelohnt hätte. Langsam dämmerte uns dann aber, dass dieses Tempo seinen Grund haben und das Hamiss wohl einen erneuten Tipp bekommen haben musste... und so war es dann auch: ein Gepard hatte eine Gazelle geschlagen und sie ins höhere Gras geschleift. Wir kamen leider erst hinzu, als sich der Gepard von der Strapaze der Jagd erholte und hechelnd im Gras lag. Aber immerhin, er machte sich für einen kurzen Augenblick die Mühe aufzusehen und sich sogar hinzusetzen. Was für ein Anblick! Graziös grazile. Es ist einfach ein herrliches Tier und unglaublich, grade das Tier, was hier als selten bis überhaupt nicht vorkommend eingestuft wurde, läuft uns als erstes über den Weg. Der Ngorongoro Krater würde uns sehr gefallen!

Weiter ging es dann im gemächlichem Tempo und mit der Frage, ob wir denn auch tatsächlich die Nashörner vor die Linse bekommen würden, denn dann hätten wir unsere Big 5 zusammen. (Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Leopard) Tatsächlich stießen wir dann auf 2 der 20 gut bewachten Nashorn-Exemplare im Krater. Allerdings blieben sie in einiger Entfernung und so mussten unsere Kameras ihr Können beweisen.

Weiter ging die Fahrt zum Hippo-Pool am Mandusi-Sumpf, welcher durch den Munge-River gespeist wird. Hier suhlten und aalten sich zu Hauf die Flusspferde gelangweilt im Wasser. Dies war der Augenblick, wo sich der Himmel zuzog. Unsere Fahrer wurde etwas nervös, da ihnen die schwierige steile Strecke zur Kraterausfahrt sehr bekannt war und diese nach einem Regenguss eben kaum noch befahrbar ist. Ein kurzer Schauer würde reichen um die Pisten in eine Schlammgrube zu verwandeln. Also wurde wieder einmal kräftig Gas gegeben und schon führten wir den Treck von Jeeps, Caravans, Mini-Bussen, etc. an. Es gelang uns dennoch einen kurzen Stopp bei einer Zebraherde einzulegen, so dass wir noch ein paar hübschen Aufnahmen von großen und kleinen Zebrastreifen bekamen.

Dann kam der befürchtete Aufstieg aus dem Krater heraus. Abenteuerlich! Schließlich galt es 600 m Höhenunterschied auf einer sehr kurzen Distanz zu überwinden – und das mit einem angeschlagenem Kühler!

Wir krochen im Schritttempo den Hang hinauf. Hinter uns der Tross von Autos und immer mit einem Auge auf der Temperaturanzeige des Kühlerwassers. Zwar wurden wir von jedem fahrbarem Untersatz lachend und hupend überholt, aber diesmal verlief alles planmäßig, so dass wir dann doch noch die Ngorongoro Wildlife Lodge erreichten, wenn auch mit ziemlicher Verspätung.

Unser Zimmer war der absolute Wahnsinn. Da die Lodge 1969 genau am Rand des Kraters erbaut worden war, hat jedes Zimmer ein riesiges Panoramafenster mit einem grenzenlosen Blick genau in den Krater hinein. Es würde Morgen einen grandiosen Sonnenaufgang geben! Da war ich mir ganz sicher!

Wieder ging es nach einem guten Abendessen früh ins Bett, denn eines war klar, das auch der morgige Tag anstrengend werden würde.

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