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.... und täglich grüßt das Murmeltier, denn um 6:15 Uhr war die Nacht wieder rum! Rrrrrrrrrrring! Mein 1. Schritt war direkt Richtung Vorhang und schwups.... wie ich es mir gedacht hatte: ein wundervoller Sonnenaufgang über dem Ngorongoro Krater! Wouw!

Heute hatten wir wieder viel vor, obwohl die Strecken relativ kurz waren und uns nur in die nähere Umgebung bringen sollten, verbrauch man unheimlich Zeit bei diesen Holperwegen. Gott sei Dank war letzte Nacht der Regen ausgeblieben und somit die Pisten befahrbar.

Beginnen wollten wir mit einer weiteren Pirschfahrt durch den Krater und die Spannung war dementsprechend hoch, was einen Geparden wohl noch Toppen könnte! Ein Safari-Tourist scheint ja nie zufrieden zu sein, doch ist er, aber die Gier nach mehr... sie ist entsetzlich!

Alleine die erneute Abfahrt in den Krater wurde bereits zum reinsten Abenteuer. Selbst unser Reiseführer Tansania erzählt ausführlich über den unmöglichen Zustand dieser holprigen, sandigen, Schotter-Schlagloch-Piste! Fast unten angekommen kreuzten ein paar Büffel unseren Weg. Nach wie vor galt: Achtung, die Tiere sind unberechenbar. Da sie sich ihrer Stärke bewusst sind, gelten sie als recht angriffslustig. Sie blieben aber ruhig, beäugten uns argwöhnisch wie neugierig und stapften vor uns auf und ab, so dass wir sie wunderbar fotografieren konnten...

Weiter ging die Fahrt diesmal in einem ordentlichen Tempo zum Lake Magadi. Ein Natronsee, indem sich die Flamingos rosarot tummelten. Allerdings stand die Sonne im Gegenlicht und so wurde es nix mit den tollen Aufnahmen... Dies war uns soweit egal, da die morgige Reise uns zum Lake Manyara bringen würde, an dem es von Flamingos nur so wimmeln soll.

Also fuhren wir weiter auf der Suche nach lebenden Motiven, die auch, Dank der Funkverbindung von Hamiss mit anderen Fahrern, nicht lange auf sich warten ließ. LÖWEN ! ! ! Ein ganzes Rudel hatte sich nicht weit der Piste entfernt im Gras niedergelassen. Leider zeigten sie sich nicht grade in Poussierlaune und so fuhren wir, weniger befriedigt, auch bald weiter. Denn man weiß von der heimischen Katze: wenn Katzen Siesta halten, dann halten sie Siesta! So auch Löwen! Weiter ging es quer durch den Krater und vor uns tat sich eine große Herde von noch größeren Elefanten auf. Wir zählten 14 große alte Herren, mit Stoßzähnen, dass man meinen konnte, das Mammuts doch noch nicht ausgestorben seien. Was für ein gewaltiges Schauspiel von geballter Kraft! Angeblich finden sich die alten Elefanten hier als letzte Ruhestätte ein, weil hier das Gras besonders saftig und zart sein soll... also quasi ein 14-köpfiges Altersheim!

Nicht weit davon entfernt gab es dann einen weiteren Hippo-Pool zu „untersuchen“, wo sich die Massen in gewohnter Manier herumlümmelten. Bei genauerer Betrachtung ist es gar keine so schlechte Idee als Hippo auf die Welt zu kommen: den ganzen Tag in der Sonne dösen, bei Bedarf im eigenen Pool abtauchen und die Figur ist seit der Geburt eh ruiniert!

Weiter ging die Fahrt aus dem Krater heraus. Diesmal allerdings auf einer anderen Strecke, die nicht ganz so steil anstieg und auch nicht ganz so ausgefahren war. Um uns rum veränderte sich die Natur immer mehr. Hatten wir grade das Weideland des Kraters verlassen, drangen wir nun in den undurchdringlichen Bergdschungel ein und stießen hier auf eine weitere Herde Elefanten. Auch hier fanden wir mehrere „Schnullies“, die ebenfalls von ihren Müttern, Tanten und der Leitkuh mit skeptischen Blicken beschützt wurden.... Egal wie Junior sich bewegte, eine Kuh stand immer zwischen ihm und der Kamera! Touris? DA weiß man nie....

So fuhren wir aus dem Krater hinaus, denn unser Ziel war der erloschene Vulkan Olmoti, dessen Kraterrand wir besteigen wollten. Der Krater selber sah zwar nicht so aus, wie man sich einen Vulkankegel vorstellt, aber wenn man bedenkt, dass wir uns bereits auf 2.360 m Höhe befanden... demnach war die Luft SEHR frisch, als wir aus unserem Bus kletterten. Unsere Klettertour durch die Pampa gestaltete sich zwar als anstrengend, aber unsere Gruppe, die durch beide Busse wieder auf 10 People vereint war, hatte mächtig spaß. Zu unserem persönlichen Schutz hatten wir bereits heute Morgen einen offiziellen Ranger des NP im Bus Nr. 1 aufgenommen gehabt, der uns nun mit seinem Gewehr vor zu neugierigen Wildtieren beschützen sollte, die hier schon mal die Jagd auf Touris für eröffnet erklärten.... In dieser Richtung tat sich aber gar nix, so dass wir zielstrebig auf 2.800 m hinaufkraxelten. Der Aufstieg war schon ein Erlebnis für sich, denn überall zwitscherten „unsichtbare“ Vögel, von den Bäumen hingen meterlange Bartflechten und berührten fast den moosbewachsenen Boden. Der Pfad wurde von Feuerlilien gesäumt, die in allen Rotschattierungen blühten. Man hätte fast das Auftauchen von Trollen, Zwergen und Waldfeen erwarten können. Oben angekommen entschädigte der Ausblick uns alle Mal für die ungewohnte Strapaze des Bergsteigens!

Wir sahen den Munge-River, der den Krater inkl. Wasserfall durchzieht um seinen Weg zum Ngorongoro Krater fortzusetzen. Der Massai-Name des Wasserfalls – Munge – gab dem Fluss auch seinen Namen. Der Boden des Kraters ist bevorzugtes Weideland der Massais.

Wir brauchten für den Aufstieg 45 Min., der Abstieg sollte mit 25 Min. lockerer werden.

Nach einer Verschnaufpause schaukelten wir gemütlich, soweit dies bei den vorherrschenden Pistenverhältnissen überhaupt möglich war, auf dem Kraterrand des Ngorongoro Kraters zurück zu unserer Lodge, wo der Abend ruhig ausklang.

Morgen würde uns die Fahrt zum Lake Manyara führen, unserem letzten Ziel der Reise.

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