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Wissenschaftliche Bezeichnung: Giraffa camelopardalis

Verbreitung: Afrika

Von der einst formenreichen und weit verbreiteten Familie der Giraffen sind heute nur noch zwei Vertreter übrig geblieben: die Giraffe aus der Unterfamilie der Langhals- oder Steppengiraffen (Giraffinae) und das Okapi aus der Unterfamilie der Kurzhals- oder Waldgiraffen (Okapiinae). Beide leben in Afrika südlich der Sahara.

Unterarten Von der Giraffe sind 8 Unterarten bekannt, die sich zum Teil in der Fleckung und zum Teil in der Zahl der Hörner unterscheiden. So weist z. B. die Netzgiraffe ein netzartiges, weißes Linienmuster auf, das bei der Massaigiraffe viel stärker zerteilte Ränder zeigt, so dass ein »Weinblattmuster« entsteht. Dennoch weiß man heute sicher, dass all diese Varianten zu einer Art gehören, denn sie können sich ohne weitere untereinander paaren und fruchtbare Nachkommen zeugen.

Körperbau Giraffen erreichen von allen Tieren die größte Körperhöhe mit einer Gesamthöhe von 5,8 m, bei einem Gewicht von bis zu 1900 kg. Lange Vorderbeine und ein langer Hals führen zu dieser extremen Körperform. Wie bei anderen Säugetieren, so besteht aber auch bei Giraffen der Hals nur aus 7 Wirbeln. Bei etwa 2 m Halslänge sind die Wirbelkörper jedoch bis zu 40 cm groß. Wenn eine Giraffe den Hals zur Seite biegt, erkennt man an dessen eckigen Umrissen die Größe der einzelnen Wirbelkörper.

Der nach hinten abfallende Rumpf wirkt kurz im Verhältnis zur Höhe des Tieres. Die Schulter ragt hervor, das Schultergelenk befindet sich an der Brust, dicht unterhalb des Halsansatzes. Der Hals trägt auf seiner ganzen Länge eine Stehmähne. Am oberen Rande der Stirnbein-Knochenzapfen befindet sich ein Büschel dunkler Haare. Die Nasenlöcher sind schlitzförmig und können verschlossen werden. Die Schwanzquaste besteht aus schwarzen, kräftigen Haaren von bis zu 0,5 m Länge.

Die außerordentliche Körperhöhe der Giraffen bringt physiologische Probleme mit sich, die eine besondere Leistungsfähigkeit der Tiere erfordern.

Beim Wiederkäuen muss der Nahrungsbrei aus dem Netzmagen bis über 3 m hoch ins Maul zurückbefördert werden! Das gelingt mit Hilfe der muskulösen Speiseröhre, die die Nahrungsportion in einer Kontraktionswelle nach oben schiebt. Dieses immer höher steigende Ausdehnen und Zusammenziehen des Halses lässt sich an wiederkäuenden Giraffen gut beobachten.

Ein weit schwierigeres Problem ist der Druckausgleich bei der Durchblutung der Kopfregion, wenn der Kopf gehoben und gesenkt wird. So kann eine Giraffe ihren Kopf bei der Wasseraufnahme am Boden haben und diesen Sekunden später auf 5 m Höhe erheben. Im Gehirn tritt dabei keine Blutleere ein. Äußerst muskulöse Schlagadern, ein kompliziertes System von Ventilklappen in den Venen und ein »Wundernetz« von blutspeichernden Arterien an der Hirnbasis sorgen im Zusammenspiel dafür, dass die Blutdruckschwankungen minimal bleiben. Die Druckregulation wird präzise gesteuert.

Das »Wasserlassen« der Giraffen kann mehrere Minuten dauern. Giraffen suchen sich dazu einen Bodengrund aus, der das Bespritzen der Hinterbeine weitgehend verhindert.

Fortbewegung Giraffen sind Passgänger, darauf weist das Fehlen einer Spannhaut zwischen Rumpf und Gliedmaßen hin. Bei Gefahr können Giraffen auch galoppieren. In dieser Gangart werden die Vorderbeine nach vorne geworfen, während sich der Hals nach rückwärts bewegt, um das Gleichgewicht zu halten. Wenn die Vorderbeine aufgesetzt sind, greifen die Hintergliedmaßen weit nach vorn über die Vorderbeine hinaus. Giraffen erreichen auf diese Weise Geschwindigkeiten von über 50 km/h. Durch die Balancebewegungen und das Schwingen der Beine ist der Galopp der Giraffen eine merkwürdig schaukelnde Gangart.

Das Klettervermögen der Giraffen ist gering. Verhältnismäßig niedrige Böschungen bilden für sie ein unüberwindliches Hindernis. Ins Wasser gehen Giraffen nicht gerne. Es gibt jedoch Berichte, nach denen Seen durchwatet wurden und die Giraffen sogar Gewässer durchschwammen.

Im Liegen schlagen die Giraffen ihre Beine, die in Hand- und Fersengelenken gebeugt sind, unter den Rumpf. Ein Hinterbein ist in dieser Lage immer etwas abgespreizt.

Auf der Flucht oder bei Erregung biegen Giraffen ihren Schwanz auf die Seite, so dass dieser dem Oberschenkel aufliegt.

Lebensraum Savannen mit Schirmakazien, Dornbuschsteppen und lichte Galeriewälder sind der Aufenthaltsort der Giraffen. Dichte Wälder, Sumpfgebiete und Gelände mit schroffen Hängen meiden sie. Ihrem Lebensraum sind Giraffen in idealer Weise angepasst. Sie überblicken ein weites Gebiet, finden allenthalben Nahrung und haben nur wenige Feinde zu fürchten. In der Kulturlandschaft mit Zäunen zwischen den Weideflächen wird ihnen das Dasein jedoch erschwert. Sie ziehen sich daher mehr und mehr in die immer kleiner werdende Baumsavanne zurück.

Lebensweise Giraffen leben in Rudeln von etwa 10-20 Tieren. Rudel aus mehr als 50 Exemplaren werden jedoch auch beobachtet. Bullen sind zuweilen Einzelgänger. Ein Rudel besteht aus 1 oder 2 erwachsenen Bullen und einer Anzahl Weibchen mit Jungtieren. Junggesellenrudel kommen ebenfalls vor.

Die Kämpfe werden nur zwischen männlichen Rivalen ausgetragen. Die Streiter stellen sich einander gegenüber oder parallel zueinander. Dann holen sie mit den Hälsen weit aus und schlagen einander die Kopfwaffen wie Keulen gegen Hals und Brust. Der Unterlegene zieht sich zurück, ohne dass ihn der Sieger verfolgt. Bei solchen Duellen kommen Verletzungen kaum einmal vor. Der Ranghöhere zeigt seine Stellung innerhalb des Rudels durch erhobene Kopfhaltung an. Kein Rangniederer dürfte ihm ungestraft in die Quere kommen. Giraffenrudel haben durchweg keine festen Reviere. Innerhalb eines ausgedehnten Gebietes streifen sie weit umher. Zu den Giraffen gesellen sich Antilopen, Zebras und Strauße.

Das gute Sehvermögen der Giraffen, durch das sie von hoher Warte aus Gefahren frühzeitig erkennen, kommt den anderen Großtieren der Steppe zugute. Giraffen werden oft von Madenhackern und anderen Starenvögeln begleitet, die ihnen Insekten aus dem Fell picken oder die Giraffen einfach nur als Sitzplatz oder Ausguck benutzen.

Der Schlaf ist vorwiegend ein Dösen oder Halbschlaf im Stehen oder im Liegen mit erhobenem Kopf. In dieser Ruhephase sind die Sinne noch durchaus wach, so dass eine Giraffe nicht leicht zu überraschen ist. Der Tiefschlaf ist an dem zurückgebogenen Halse zu erkennen. Der Unterkiefer ruht dabei auf dem Unterschenkel. Erwachsene Giraffen versinken nach Gefangenschaftsbeobachtungen jede Nacht nur für wenige Minuten in Tiefschlaf. In jeder Nacht ergeben mehrere kurze Schlafperioden eine Gesamtdauer von knapp einer halben Stunde. Jungtiere schlafen allerdings länger. Kurze Schlafperioden sind ein Schutz vor Überraschungen.

Als Feinde der Giraffen kommen außer dem Menschen Löwe, Leopard und Hyänenhund in Frage. Die Giraffe verteidigt sich durch wuchtige Schläge mit Vorder- und Hinterbeinen.

Die Stimme der Giraffen ist selten zu hören, sie wird als Blöken oder Grunzen beschrieben. Das Muttertier lockt sein Junges durch Fiepen.

Giraffen sind oftmals anzutreffen, wenn sie unter einem Baum verweilen. In dieser Stellung fallen sie kaum auf. Die Fellzeichnung erinnert an Sonnenkringel und löst den Körperumriß auf. Die Giraffe beobachtet unterdes aber scharf ihre Umgebung.

Fortpflanzung Nach einer Tragzeit von etwa 450 Tagen wird das Giraffenjunge geboren. Zwillingsgeburten sind selten. Kopf und Vorderbeine treten zuerst aus der Geburtsöffnung. Da die Geburt im Stehen stattfindet, fällt das Junge aus fast 2 m Höhe herab. Das Neugeborene hat eine Körperhöhe von 1,5 m bis 1,8 m.

Die Stirnfortsätze sind bei der Geburt schon gut entwickelt, doch sind sie noch nach dem Scheitel umgebogen und richten sich erst im Laufe der ersten beiden Lebenswochen auf. Nach 3 Wochen beginnen Giraffenjunge zu fressen. Im Alter von 4 Monaten fangen sie an wiederzukäuen. Die Geschlechtsreife tritt im 5. Lebensjahr ein.

Ernährung Die Giraffen weiden das Laub von Bäumen ab. Sie haben dabei kaum Nahrungskonkurrenten. Das Akazienlaub und die -zweige sind ihre Hauptnahrung. Dornen werden entweder mitgefressen oder dank der langen Zunge und der beweglichen Oberlippe geschickt vermieden. Zur Wasseraufnahme spreizen Giraffen ihre Vorderbeine und knicken in den Ellbogengelenken ein. So erreicht der lange Hals die Wasseroberfläche.

Gefährdung In Ostafrika kommen Giraffen noch häufig vor, in Westafrika sind sie jedoch durch Wilderer stark bedroht.

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