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Wissenschaftliche Bezeichnung: Diceros bicornis

Verbreitung: Afrika

Noch vor nicht allzu langer Zeit hielt man das Spitzmaulnashorn für das häufigste und daher nicht gefährdete Nashorn. Leider hat man bei all den Bemühungen um den Schutz der anderen Vertreter der Nashörner die Spitzmaulnashörner ein wenig aus dem Auge verloren und den Tieren nicht den ihnen eigentlich gebührenden Schutz zukommen lassen, so dass heute auch das Schwarze Nashorn als vom Aussterben bedrohte Tierart zu gelten hat. Die Tiere werden vor allem gewildert, weil ihre Hörner pulverisiert in Südostasien als Aphrodisiakum (Liebesstärkung) gelten und sehr teuer bezahlt werden.

Gestalt Mit einer Schulterhöhe von 1,50-1,60 m, einer Körperlänge von 3-3,75 m und einem Gewicht von bis zu 2000 kg gehört das Spitzmaulnashorn zu den Kolossen der Tierwelt. Es besitzt in beiden Geschlechtern zwei, in seltenen Ausnahmefällen sogar drei Nasenhörner, von denen das vordere bis zu über 1,30 m Länge erreichen kann. In der Regel wird es aber 50-80 cm nicht wesentlich überschreiten. Wie das Panzernashorn besitzt das Spitzmaulnashorn eine fingerartig verlängerte Oberlippe, die das Ergreifen der Nahrung erleichtert. Die Haut ist bis auf die Ohrränder und die Schwanzspitze nackt und glatt und besitzt an der Flanke in der Höhe des Brustkorbes quer zur Körperlängsachse liegende Hautfalten.

Der Name »Schwarzes Nashorn« ist ebenso irreführend wie die Bezeichnung »Weißes Nashorn« für das Breitmaulnashorn. Denn die Färbung der Haut ist auch beim Schwarzen Nashorn lediglich ein Nachweis für die Art des Bodens, in dem sich die Sand- und Schlammsuhlen der Tiere befinden. So gibt es auch bei ihnen weiß, rot und eben auch schwarz »übertünchte« Typen, je nachdem, in welcher Gegend sich die Tiere gerade aufhalten. Die nackte Haut ist stets mittelgrau.

Lebensraum Spitzmaulnashörner bewohnen noch größere Gebiete Ost- und Südafrikas. Ihr Gesamtbestand in freier Wildbahn wird auf nur noch wenige tausend Individuen geschätzt. Dazu kommt eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Tieren, die in den Zoologischen Gärten der Welt leben, denn das Spitzmaulnashorn dürfte das am häufigsten gezeigte Nashorn sein.

Lebensweise In Gebieten, in denen die Tiere weitgehenden Schutz genießen, finden wir sie den ganzen Tag über unterwegs. Dies ändert sich jedoch in Gegenden mit stärkerer Bedrohung. Dort verlagert sich die Aktivitätsspitze immer mehr zur Nacht hin. Als Lebensraum bevorzugen die Spitzmaulnashörner die trockene Steppe, jedoch auch Buschsavanne und Halbwüste. Dabei gehen sie bis in Höhen von 2700 m. Obwohl die Tiere Gewässer in ihrer Nähe lieben und gerne in Schlammsuhlen den heißen Mittag verschlafen, meiden sie doch feuchtwarme Gebiete. In großen Gemeinschaftsterritorien leben größere Gruppen von Nashörnern relativ standorttreu, ohne jedoch feste Eigenbezirke zu behaupten. Innerhalb dieser großen Territorien wandern die Tiere viel umher und begehen dabei wie alle Nashörner feste Wechsel, die von den Bade- und Suhlplätzen zu den Weidestellen und Schlafplätzen führen. In neuerer Zeit hat man auch beobachtet, dass etliche Tiere sich zeitweise auch ganz aus den Gemeinschaftsterritorien entfernen.

Innerhalb dieser Gebiete sieht man die Spitzmaulnashörner meist einzeln oder in kleinen Gruppen, die in der Regel aus einer Mutter mit ihrem Kalb oder einem in Brunft befindlichem Paar bestehen. Seltener einmal gesellen sich auch zwei oder drei Bullen zusammen. Die Paare gehen meist gleich nach der Brunst auseinander. Es wurde jedoch auch schon beobachtet, dass sie bis zu vier Monaten danach noch beisammen waren. Die Jungtiere bleiben etwa bis zum 3. Lebensjahr bei der Mutter.

Obwohl die Spitzmaulnashörner keine Eigenbezirke behaupten, kann man gewisse Formen von Markierungsverhalten registrieren. So urinieren die Weibchen beim Begehen der Wechsel in regelmäßigen Abständen auf den Boden, ohne im Laufe innezuhalten. Auch die Bullen spritzen Harn nach hinten gegen Büsche und Sträucher. Die Kotabgabe erfolgt meistens auf festen Kotablageplätzen. Nach der Mistabgabe scharren die Nashörner den Kot mit den Hinterfüßen auseinander. Nur selten einmal wird der Mist auch auf den Wechseln abgegeben. Man nimmt an, dass diese Arten von Markierungen nicht so sehr der Territorialbezeichnung gelten als vielmehr dem geruchlichen Kontakt der Individuen untereinander förderlich sind.

Spitzmaulnashörner sind gute Läufer, die meist im gemächlichen Gang täglich bis zu 10 km zu den Tränken zurücklegen. Haben sie es eiliger, bedienen sich die Tiere eines schlendernden, ungemein elegant wirkenden Trabes oder gar des ebenfalls sehr flüssig ablaufenden Galopps. Wie alle Nashörner baden und suhlen die Spitzmaulnashörner sehr gern und ausgiebig, können aber ausgesprochen schlecht schwimmen. Sie sind sehr kurzsichtig, hören und riechen aber ausgezeichnet. Die Folgen ihrer extremen Kurzsichtigkeit wurden diesen Tieren oft als Bösartigkeit und Angriffslust ausgelegt. So sind die oft von Spitzmaulnashörnern plötzlich und schnell ausgeführten »Angriffe« auf fremde Objekte nichts anderes als Erkundungsvorstöße, die es ihnen ermöglichen, ein Tier oder einen Gegenstand genau zu erkennen. Aus diesem Grunde drehen die Tiere in der Regel auch unmittelbar vor dem auszukundschaftenden Objekt ab.

Dieses Verhalten ist den grauen Riesen nun in der Tat schon sehr oft zum Verhängnis geworden, denn derart »ausgekundschaftete« Menschen bewahren meist nicht die Nerven bis das Nashorn die menschliche Witterung aufgenommen hat und freiwillig abzieht. Sie erschießen das Tier in der Regel, bevor der vermeintliche Angriff ihnen gefährlich werden könnte. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden, dass doch hin und wieder gerade von Spitzmaulnashörnern echte Angriffe auf Menschen und Autos vorgetragen werden, die dann meistens sehr ernste Folgen haben. Es handelt sich in solchen Fällen aber fast immer um in irgendeiner Form vom Menschen verletzte Tiere.

Anderen Arten gegenüber sind Spitzmaulnashörner ausgesprochen friedlich. Sie haben kaum Feinde und erkennen den Elefanten als überlegen an. Lediglich den Jungtieren kann mitunter ein Löwe oder an den Wasserstellen auch einmal ein Flusspferd oder Krokodil gefährlich werden.

Die spitz zulaufende Oberlippe weist die Spitzmaulnashörner schon als spezialisierte Pflanzenfresser aus, die besonders gern frische Zweige, Laub und junge Schösslinge fressen. Daneben nehmen sie auch längere Grasbüschel und mitunter den Kot anderer Tiere, so zum Beispiel vom Gnu.

Fortpflanzung Spitzmaulnashörner haben keine festen Brunstzeiten, d. h., Paarungen können das ganze Jahr über stattfinden. Die Brunstdauer des Weibchens beträgt im Durchschnitt 3- 4 Tage. Ist eine Kuh brünstig, gesellt sich meist sofort ein Bulle zu ihr. Die Tiere stehen sich häufig gegenüber und beriechen sich das Maul, wobei sie seltsame Gurgellaute ertönen lassen. Meist kommt es dann zum Kampfspiel, bei dem die Kuh ihren Partner oft stark drangsaliert und ihm das Horn heftig in die Flanke rammt. Kommt ein zweiter Bulle hinzu, wird er vom ersten nicht angegriffen, sondern einzig das Weibchen entscheidet, welches Männchen es bevorzugt. Die Paarung selbst findet in der für die Nashörner (Panzernashorn) üblichen Form statt und dauert bis zu 22 Minuten. Nach einer Tragzeit von 419-476 Tagen bringt das Weibchen in der Regel 1 gut entwickeltes Junges zur Welt. Es wird 11/2-2 Jahre lang gesäugt und bleibt etwa 3 Jahre bei der Mutter. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit 41/2, bei Bullen mit 6-7 Jahren ein. Das Höchstalter liegt in Menschenobhut bei 46 Jahren.

Schutz Das Spitzmaulnashorn wird im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgeführt. Der Handel mit diesen Tieren unterliegt strengen Regeln, die aber durch Wilderei und Schwarzhandel immer wieder verletzt werden.

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