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Wissenschaftliche Bezeichnung: Viduinae

Verbreitung: Afrika

Wie die Kuckucksweber sind auch die Witwen brutschmarotzende Webervögel. 4 Gattungen mit 15 Arten kommen in den Steppen- und Savannengebieten des tropischen Afrikas südlich der Sahara vor. Der Name »Witwen« geht wohl auf eine Verballhornung des Namens der Hafenstadt »Ouidah« im Golf von Guinea zurück, wo die ersten Vögel der Unterfamilie Viduinae gefunden wurden; das gleiche gilt für die nah verwandten Widavögel.

Lebensweise In ihrem Verbreitungsgebiet leben die Vögel meist in kleinen Flügen, in denen die Zahl der Weibchen und Jungvögel überwiegt. Es sind aber auch größere Gemeinschaften anzutreffen, die sich aus verschiedenen Arten zusammensetzen.

Gestalt Im Ruhekleid sind beide Geschlechter ähnlich gefärbt, meist bräunlich und sperlingsartig. Mit Beginn der Regenzeit und der damit verbundenen Brutzeit ihrer Wirtsvögel setzt bei den Witwen eine Vollmauser ein; nur das Männchen erhält ein prächtiges Brutkleid. Dieses ist besonders durch die 4 stark verlängerten mittleren Schwanzfedern gekennzeichnet. Bei der Königswitwe (Tetraenura regia) sind sie noch besonders durch ihre Struktur betont, denn an den Enden der kahlen, langen Schäfte sitzen pfeilförmige Verbreiterungen. Eine besondere Funktion kommt den ungleich verlängerten Schwanzfedern der Paradieswitwen zu, denn hiermit können Raschellaute erzeugt werden.

Fortpflanzung In der Paarungszeit sind auch die Gruppen anders zusammengesetzt. Meist werden mehrere Weibchen von einem geschlechtsreifen, polygamen Männchen im Brutkleid angeführt. Ganz charakteristische Balzverhalten sind zu beobachten. So steht das Männchen der Dominikanerwitwe (Vidua macroura) rüttelnd über einem Weibchen in der Luft; das der Strohwitwe (Tetraenura fischeri) sitzt in Büschen oder kleinen Bäumen auf der äußersten Spitze eines kleinen Zweiges direkt über einem Weibchen und schlägt so heftig mit den Flügeln, dass nur die festgekrallten Füße es am Abfliegen hindern. Andere Arten steigen im Balzflug hoch in die Luft.

Die Balz findet immer im Revier des Männchens statt. Dieses grenzt er auch durch seinen Reviergesang ab. Den Lautäußerungen der Witwen kommt außerdem noch eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie bestehen nämlich aus ganz einfachen Elementen und aus Bestandteilen, die dem Gesang der Wirtsart (s. u.) entnommen wird.

Die Witwen sind Brutparasiten. Sie bauen keine eigenen Nester, sondern legen ihre Eier zu den Gelegen anderer Vögel. Um die Aufzucht ihrer Nachkommen zu sichern, haben sie sich 4 Gattungen der Prachtfinken vollkommen angepasst. Dabei sind so enge Beziehungen entstanden, dass jede Witwenart einer bestimmten Wirtsart zugeordnet werden kann. Alle Jungen der Witwen, die nicht den Jungen der Wirtsart gleichen, werden nicht gefüttert und damit eliminiert.

Wie schon erwähnt, enthalten die Lautäußerungen der Witwen Elemente des Wirtsvogelgesangs. Da die von einer bestimmten Wirtsart aufgezogenen Vögel beider Geschlechter in gleicher Weise geprägt sind, wird so garantiert, daß sich nur Nachkommen derjenigen Witwen untereinander »verständigen« können, die der gleichen »Adoptivverwandtschaft« angehören. Das bedeutet, dass Weibchen nur von solchen Männchen besamt werden, die bei der gleichen Wirtsart aufgezogen wurden; andererseits legt das Weibchen seine Eier nur bei dieser Wirtsart ab.

Das ist auch unbedingt nötig, da die Anpassung der Jungvögel bis in das kleinste Detail gehen muss. Allein die Rachenzeichnung im Sperrachen (Prachtfinken) stellt eine Gesamtheit von Auslösern dar, die für das Fütterungsverhalten wesentlich sind; sie ist aber bei den einzelnen Wirtsvogelarten verschieden. Das Vorhandensein dieser Auslöser entscheidet also über Aufnahme und Nicht-Aufnahme der jungen Witwen durch die Wirtsart.

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