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Wissenschaftliche Bezeichnung: Phacochoerus aethiopicus

Verbreitung: Afrika

Das Warzenschwein hat eine Widerristhöhe von etwa 80 cm bei einem Gewicht von teilweise über 140 kg. Es besitzt einen walzenförmigen, etwas durchhängenden Rumpf, einen breiten Kopf und dünne, mittelhohe Beine. Der lange, dünne Schwanz trägt in der Regel eine Endquaste. Die spärliche Behaarung besteht aus weißen oder schwarzbraunen Borsten, die auf Scheitel und Rücken zu einer Mähne verlängert sein können. Oft ist ein weißer Backenbart vorhanden. Die westlichen Formen haben am Hals eine Wamme.

Der Name »Warzenschwein« rührt her von 3 paar Gesichtswarzen. Das sind Hautgebilde, die verknorpeln, aber nicht mit den Schädelknochen verwachsen. Die unter dem Auge des Keilers befindlichen Warzen können 15 cm lang werden. An der Vorderseite der Handgelenke befinden sich Schwielen, auf die sich die Warzenschweine bei der Futtersuche niederlassen. Die graue Haut schimmert durch die dünne Behaarung hindurch. Auffällig sind die Eckzähne, die beim Eber 35 cm lang werden können. Die Hauer sind seitwärts und nach oben gebogen. Die Jungen sind ungestreift und haben eine relativ dichte und kurze Behaarung.

Lebensraum Die Warzenschweine bevorzugen Grassavannen, besonders dann, wenn niedrige Büsche vorhanden sind, in Äthiopien und Kenia, am Kilimandscharo, bis in 3000 m Höhe. In höheren Lagen suchen Warzenschweine Grasdickichte auf. Sie lieben die Nähe von Wasser, doch sind sie auch fernab von Gewässern anzutreffen.

Lebensweise Die Rotten der Warzenschweine sind meistens Familienverbände, die aus den beiden Elterntieren und den Jungen des letzten Wurfes bestehen. Manchmal sind auch die Jungen aus dem Vorjahr mit dabei. Wenn sich in einer Rotte mehr als 4 gleich alte Junge befinden, muß man annehmen, daß die Bache fremde Junge adoptiert hat. Die Eber halten sich vielfach abseits der Rotte. Mehrere Familien können gleichzeitig ein Areal bewohnen und dieselben Schlupfwinkel aufsuchen. Eine Rotte wandert oft im Gänsemarsch. Bei schneller Fortbewegung halten sie die Schwänze als Folgesignal senkrecht steil nach oben. Wenn Mitglieder einer Rotte einander begegnen, begrüßen sie sich durch Grunzlaute und scheuen sich gegenseitig, indem sie ihre Flanken aneinanderreiben. Dieses gegenseitige Reiben ist ein Teil der sozialen Hautpflege. Sonst dient das Suhlen und Scheuern an Termitenbauten, Felsbrocken und dergleichen nur der Körperpflege.

Das von einer Warzenschweinfamilie bewohnte Gebiet umfaßt nur wenige Hektar. Hier haben sie auch ihre Ruheplätze unter dichtem Buschwerk. Warzenschweine bevorzugen als Zuflucht die verlassenen Höhlen von Erdferkeln, die ihre Baue selbst graben. Der einzige Zugang paßt gerade für ein erwachsenes Warzenschwein. Bei Gefahr verschwinden die jungen Schweine zuerst in dem Erdbau, dann folgen die Erwachsenen, indem sie rückwärts in die Zugangsröhre rutschen und dem Gegner ihre Kopfwaffen zuwenden. Erdferkelbaue bestehen aus mehreren Kammern von etwa 1 m Durchmesser und 0,5 m Höhe. Sie befinden sich in 1-2 m Tiefe. In einem bewohnten Bau wurden 90% Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur von 30 °C gemessen. Die Wohnkammern der von Warzenschweinen übernommenen Erdferkellöcher bieten auch Unterschlupf für bestimmte Fledermausarten. Warzenschweine wählen Quartiere aus, die in Hügeln oder an Hängen liegen, damit plötzliche Regengüsse nicht die Wohnkammern unter Wasser setzen. Das Erdreich am Eingang muß so fest sein, daß es nicht von Löwen oder Hyänen aufgekratzt werden kann. In größeren Erdferkellöchern finden oft mehrere Warzenschweinfamilien Unterschlupf.

Im Gegensatz zu anderen Angehörigen dieser Verwandtschaftsgruppe sind Warzenschweine tagsüber aktiv. In der Mittagshitze ruhen sie an schattigen Plätzen. Nachts suchen sie ihre Höhlen auf. Die im Wohnareal der Warzenschweine lebenden Säugetiere und Vögel warnen die Schweine durch ihr Verhalten vor Gefahren. Kronen- und Waffenkiebitze sind für sie aufmerksame Wächter. In die Enge getrieben, setzen sich Warzenschweine energisch zur Wehr. Die scharf geschliffenen unteren Eckzähne (Gewehre) sind außerordentlich wirksame Waffen, die sie dem Gegner in den Körper schlagen. Hauptfeinde der Warzenschweine sind Löwen, Leoparden, Hyänen und Hyänenhunde. Jungtiere sind außerdem durch Schakale und Adler gefährdet.

Fortpflanzung Warzenschweine leben anscheinend in Einehe. Bei den Paarungsduellen kämpfen die Eber miteinander, indem sie sich durch Stirndrängen und Schnauzenstöße zu überrennen suchen. Die Eckzähne werden dabei selten als Waffen eingesetzt. Die Gesichtswarzen dienen als Schutz vor harten Schlägen. Die bei Keilern besonders groß entwickelten oberen Eckzähne (Haderer) sind mehr ein Drohsignal als eine Waffe.

Im Paarungsvorspiel wird die Bache vom Eber verfolgt. Wenn die Sau harnt, markiert der Keiler an dieser Stelle mit seinem eigenen Urin. Nach 170-175 Tagen Tragzeit wirft die Bache in einem Erdloch. Entsprechend den 2 Zitzenpaaren werden von einem Wurf höchstens 4 Junge aufgezogen. Wenn ein Wurf aus mehr als 4 Jungen besteht, gehen die überzähligen zugrunde. Eine Bache kann zweimal im Jahr werfen. In Ostafrika werden die meisten Jungen in der kleinen Regenzeit, also im September und Oktober, gesetzt. In Westafrika ist die Setzzeit im Juni.

Die Bache zieht sich mit den Neugeborenen zurück. Später tritt sie mit ihrer Nachkommenschaft wieder in eine Rotte ein. Mit 2-3 Jahren sind Warzenschweine geschlechtsreif. In Gefangenschaft waren Weibchen schon mit einem Jahr fortpflanzungsfähig.

Nahrung Warzenschweine ernähren sich in erster Linie von kurzem Gras. Für sie ist es von Vorteil, wenn sie ihr Wohngebiet mit Tierarten teilen, die lange Gräser abweiden und damit die Bildung von kurzem Gras begünstigen. Zum Wühlen benutzen diese Schweine ihre breite Schnauze. Die mächtigen Eckzähne sind keine eigentlichen Grabwerkzeuge. Charakteristisch für die Warzenschweine ist ihre Haltung bei der Nahrungsaufnahme. Sie lassen sich dabei auf ihre Handgelenke nieder.

Bestand Warzenschweine sind ziemlich häufig.

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